Samstag, 1. November 2014

Weblogs im philosophischen Unterricht - Ein Fazit

Blogs im Unterricht bieten umfassende Möglichkeiten zur Themen- und Selbstreflexion. Zur Es bietet sich an, Schüler kurze essayistische, argumentierende Texte verfassen zu lassen, deren Gedankengänge pointiert sowie intersubjektiv nachvollziehbar (also als Diskussionsanregung geeignet) sind. Mögliche Schreibanlässe sind Bilder, kurze Zitate, Fragen oder Thesen. Durch die Zugänglichkeit für andere (und die Kommentierungsmöglichkeiten) geht ein Blog dabei deutlich über die Möglichkeiten eines philosophischen Tagebuches, Denktagebuches oder anderer Schreibformen hinaus.

Da Beiträge und Kommentare asynchron verfasst werden, haben die Schüler eine längere Reflexionszeit als im klassischen Unterrichtsgespräch, was sich häufig in der Qualität der Beiträge und Kommentare widerspiegelt. Es können weitere Kurse oder Experten zu bestimmten Themen eingeladen werden, um sich an der Diskussion zu beteiligen. Die Erweiterung der Diskussionsteilnehmer verursacht ein stärkeres Bewusstsein für die Öffentlichkeit beim schreibenden Schüler und erweitert die Möglichkeiten zum inhaltlichen Austausch. Nebenbei wird ein Bewusstsein für urheberrechtliche Fragen geschaffen.

Einen guten Überblick über die Möglichkeiten des Weblogeinsatzes im philosophischen Unterrichts findet sich im ZUM-Wiki sowie in dieser Handreichung.

Kommentare:

  1. Die vielen Vorteile, die Weblogs im Unterricht bieten, wurden ja im letzten Seminar gut ausgearbeitet und viele davon überzeugen mich auch.

    Allerdings möchte ich in Bezug auf die verschiedenen Schuarten doch meine Zweifel äußern. So kann ich mir den Einsatz in der Grundschule doch nur sehr begrenzt vorstellen.
    Das könnte allein schon an einem der "Probleme, die im Vorfeld des Weblog-Einsatzes bedacht werden sollten" (wie sie ja im ZUM-Wiki unter http://wikis.zum.de/zum/Weblogs_im_Ethikunterricht erläutert werden) liegen, nämlich der Frage "Über welche Kompetenzen verfügen die Schüler?"

    Traue ich den Grundschülern da einfach nur zu wenig zu? Ich denke, dass selbst SuS einer vierten Klasse der Umgang mit einem Blog noch schwer fallen könnte.

    Recht gibt mir meiner Meinung auch die Tatsache, dass ich kaum fündig wurde auf der Suche nach Weblogs zum Ethikunterricht in der Grundschule. Viele Blogs, gerade im Grundschulbereich, werden eher von Lehrern genutzt, um Arbeitsmaterialien vorzustellen bzw. hochzuladen und Arbeitsergebnisse von SuS zu präsentieren. Aktive Mitgestaltung von Seiten der Grundschüler in einem Blog habe ich nicht entdeckt.

    Einen Vorschlag zum Einsatz von Blogs im Ethikunterricht der Grundschule habe ich in folgender Unterrichtsidee entdeckt

    http://seminargruppe5.blogspot.de/2009/04/aufgabe-3-unterrichtsblog-punkt-3.html

    Die Idee gefällt mir prinzipiell ganz gut, allerdings weiß ich nicht, ob ein Blogeinsatz für eine dritte Klasse schon möglich wäre.

    ...aber vielleicht sollte ich die Frage auch einfach mal an euch weitergeben (wahrscheinlich eher an meine Kommilitonen aus dieser Schulart).

    P.S.: Frage wäre auch, ob das überhaupt eine fachdidaktische Frage ist, da die Problematik von einem Weblogeinsatz auch für alle anderen Fächer der Grundschule gelten könnte...

    ...so viel zu meinem ersten Kommentar hier, seid nachsichtig, ist alles noch etwas neu für mich. :)

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  2. Ups, die Links sind ja gar keine Links...wie mache ich das denn?

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  3. Hallo,
    @Tisade: Die Annahme, dass Weblogs im Ethikunterricht der Grundschule keine Berechtigung haben, weil sich keine finden lassen, fußt m.E. auf zwei falschen Prämissen: 1. Wenn ich mit Grundschülern ein Weblog nutzen würde, würde ich es auf alle Fälle privat laufen lassen, also nur meinen Schülern und den Eltern Zugang gewähren um ihnen etwas Sicherheit zu geben und 2. in vielen Bundesländern gibt es gar kein Ethik in der Grundschule, d.h. das Potential für Ethikblogs ist gar nicht da. Es gibt mehrere lohnenswerte Projekte, bei denen mit Schülern im Netz gearbeitet wurde, als Beispiel die Wiki-Schülerzeitung (nicht speziell für Ethik, Gründe s.o.) http://wikis.zum.de/ibk/Wiki-Sch%C3%BClerzeitung
    viele Grüße,
    Mandy

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  4. Hallo, dass Weblogs in Grundschulen privat genutzt werden, finde ich sehr wichtig.
    Ich meine, dass durchaus Potential, schon in Grundschulen geboten ist. Stichwort: Technikgeneration. Bereits im Kindergarten besitzen die Jüngsten Plastikhandys und dürfen dann mit dem "richtigen" ihrer Eltern spielen. Kinder wachsen mit Technik auf und Eltern würden das eventuell als fortschrittlich oder zeitgemäß, an Schulen sehen.
    Kritische Sichtweisen könnten, damit besänftigt werden, dass man frühestmöglich beginnt, Kindern den Umgang mit dem Internet zu erklären. Zudem nutzen Eltern das Internet täglich, da kann man Kinder auf keinen Fall gänzlich raushalten. Und der schulische Rahmen bietet zu der privaten Weblognutzung, einen weiteren geschützten Rahmen: ein Zeitraum zum Ausprobieren.

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