Samstag, 22. November 2014

Social Communities in der Schule - wirklich sozial?

Die Verbreitung der Beliebtheit von social communities ist nicht mehr abzuwenden, denn sie werden so umfassend genutzt – zum Organisieren von bestimmten Veranstaltungen in Gruppen, um sich jeden Tag austauschen zu können oder um einen Geburtstag nicht zu vergessen. Denn facebook weiß alles. Und jetzt ja eigentlich auch Whats App....
Das scheint viele Menschen nicht zu stören, denn Leute unterschiedlichsten Alters sind im Netz unterwegs. Ich bin jedenfalls froh, dass mir meine Mutti nie eine Freundschaftsanfrage auf facebook schicken wird. In diesem blog soll es jedoch nicht um ältere Leute gehen sondern die, für die der Umgang damit unerlässlich ist, da sie damit aufwachsen.

Social Communities bergen viele Vorteile wie die ständige Verfügbarkeit und den Informationsfluss, man kann gemeinsame Ressourcen nutzen und zu vielen verschiedenen Gruppen dazugehören. Damit baut man sich im Netz so etwas wie eine zweite Identität auf, die man bebildern kann und deren Charakter man versuchen kann durch Posts und Kommentare darzustellen.

Abgesehen von allen möglichen Spielereien bieten solche Plattformen aber einen großen Nutzen. Der Fakt, dass diese fest in dem Leben unserer SuS verankert sind, ist entscheidend für den Schulalltag. Die Lehrer haben dadurch eine große Verantwortung und sollten zusammenarbeiten, um zeitig genug dafür zu sorgen, SuS über den Umgang aufzuklären. Wie zeitig genau, das kann ich auch nicht sagen – und wird es nicht immer zeitiger? Schule muss da theoretisch immer hinterher sein. Denn ganz schnell kann es gehen, dass SuS nicht ausreichend auf ihre Privatsphäre achten oder ein Opfer von Cybermobbing werden. Das sollte dann ausreichen, um das soziale Miteinander solcher Communities für denjenigen zu zerstören.
Es reicht schon, wenn ein Schüler nicht angemeldet ist – denn er bekommt nichts mit, kann in der Schule nicht mitreden und wird schnell ausgeschlossen. Oder ein Mitschüler hat kein internetfähiges Smartphone und kann nicht in der Schule nachsehen, was in der Pause witziges gepostet wurde...

Sind solche communities also wirklich sozial? Bergen sie für die Schüler zu viele negative Aspekte? Oder muss man nicht einfach alles geben, um mit diesen Problemen fertig zu werden und sie versuchen zu verhindern, da das Internet auch in dieser Form immer einen Teil unseres Zusammenlebens ausmachen wird? Und ja ständig Neues dazukommt?

Ich stelle mir da so einige Fragen und würde gerne wissen, wie ihr das seht.

Kommentare:

  1. Liebe(R?) RoseTy, du sprichst damit ein wirklich wichtiges und präsentes Thema an. Mein erster Gedanke zu deinem Post: Sollten wir als zukünftige Lehrer später dafür sorgen, unseren SuS die Privateinstellungen von Facebook und Co. zu erklären, sodass nicht mehr jeder alles sehen kann? Ich denke, dass das unmöglich ist. Leider scheitere ich da schon meiner meiner Facebooksüchtigen Familie (mich AUSgeschlossen) dran :D Zurück zur Sache: Ich denke, man kann einfach nicht mehr verhindern, dass social communities Alltag sind und werden. Ich selbst habe aber weder im Rahmen von Schule noch im Freundeskreis negatives erlebt, wenn man nicht irgendwo angemeldet ist. Habt ihr da andere Erfahrungen? Das würde mich schon sehr erschrecken.
    Leider denke ich aber auch, dass es immer mehr zum Zwang wird...und Jugendliche wollen nun mal oft zu den "Coolen" gehören. Wir können also nur hoffen, dass die Gegenbewegung zu dem ganzen Internetwahnsinn bald noch größer wird und das dann die Coolsten sind. Ja... das würde ich befürworten. Leider hab ich jetzt ein Google-Konto. ich bin also doch im Wahnsinn drin. Und daran merkt man schon: Man kann fast gar nichts mehr dagegen machen. Ohne Computer, E-mail-accounts usw. ist man wohl wirklich von der Realität abgeschnitten.
    Nun werfe ich noch eine letzte Frage auf: Was ist genau Realität? Sollten wir Internet als Realität bezeichnen? ich denke NEIN. Vielleicht ist genau das auch ein guter Ansatzpunkt für den Ethikunterricht: Wir bringen den Jugendlichen wieder bei, dass Facebook und Co. eben nicht echt ist... und auch oft unrecht hat. Und um das umzusetzen, lassen wir die SuS schön Plakate basteln. Das fördert neben dem ganzen stumpfen gescreentouche endlich mal wieder die motorischen Fähigkeiten!

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  2. Hallo RoseTy, Hallo Lanziska,

    auch ich sehe den Umgang mit Social Communitys als problematisch an. Die Vorteilen des Informationsaustauschs und der schnellen Kommunikation können gleichzeitig auch Nachteile sein. Werden Informationen ausschließlich über Communitys ausgetauscht werden all diejenigen ausgeschlossen, die das Netzwerk nicht nutzen. Das kann von einer verpassten Geburtstagsparty bis hin zum Ausschluss aus einem Freundeskreis führen. Um dazuzugehören nutzen viele Kinder und Jugendlichen die Social Communitys und erstellen sich dort einen Account. Die Problematik der Privatsphäre sei erstmal außer Acht gelassen. Im obigen Kommentar wurde die Frage nach der Realität aufgeworfen. Ob die Jugendlichen das Internet als die Realität ansehen, vermag ich nicht zu beantworten, aber ich nehme es nicht an. Vielmehr vermute ich, dass die Jugendlichen versuchen sich im Netz ihr Idealbild zu schaffen. Diese dargestellten Selbstbilder entsprechen wohl kaum immer der Wahrheit, werden aber als "real" angesehen. Diese veränderte Wahrnehmung von Persönlichkeit sollte im Unterricht angesprochen werden. Ziel sollte es natürlich dabei nicht sein, dass die Schüler all ihre wahren Informationen preisgeben, sondern dass sie sich bewusst werden, dass die Inhalte auf facebook und co nicht zwingen der Wahrheit entsprechen und die dargestellten Personen im wirklichen Leben ganz anders sein können.

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  3. Hallo RoseTy, Lanziska und Lily,

    ihr habt mich mit euren Beiträgen/ Kommentaren zum Nachdenken angeregt, weil ihr vor allem durch die offenen Fragestellungen zeigt, dass sich bei diesem Thema eine klare (Meinungs-) Positionierung als schwierig gestaltet. In mir haben wir nämlich mal eine Person, die Facebook (und auch whatsapp) trotz der bekannten Datenschutzmängel gern und oft nutzt. Und ich bin zugegeben auch mit meinen Eltern befreundet. Wenn ich persönlich als jetzige Studentin also schon nicht auf diese Dienste verzichte und auch viele Posts erstelle, wie kann ich dann meine SuS dazu „erziehen“, bewusster damit umzugehen, bzw. in einigen Punkten gar Verzicht zu üben? Ich gebe euch definitiv Recht, dass SuS so früh wie möglich (d.h. dieses Thema ist im Lehrplan zu spät angesiedelt) dahingehend sensibilisiert werden müssen, wo die Gefahren liegen und wie man solche Webdienste sinnvoller nutzen kann. Aber dann müss(t)en es auch begleitende Infoveranstaltungen für die Eltern geben. Es hört ja z.B. mittlerweile nicht nur bei Facebook auf, „Datingseiten“ werden immer beliebter. Hierbei kommt das Sexting, welches im Seminar bereits angesprochen worden ist, immer häufiger ins Spiel, was ein Grund für Cybermobbing werden kann. Und diese Begriffe und Phänomene an sich müssen auch den Eltern nahegebracht werden, weil die SuS meist von zu Hause aus den freien Zugang zum Internet nutzen. Und hier stellt sich mir die Frage, ob dies in diesem Zusammenhang noch Aufgabe der Institution Schule ist? Wie weit Schule, d.h. vor allem der Ethikunterricht hier eingreifen kann. Denn RoseTY du hast Recht, dass der Lehrplan mit dem Generationswandel mithalten muss. Was heute in der 9.Klasse behandelt wird, sollte morgen besser schon in einer 7.Klasse besprochen werden. Wie wir aber alle wissen, ändern sich die Lehrpläne &-bücher nicht von heute auf morgen, sodass diese Themen schneller als gewollt an Aktualität verlieren könnten.

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  4. Hallo RoseTy, Lanziska, Lily und Anouk,

    ich denke, dass wir uns fast alle darüber einig sind, dass einige Themen (nicht nur Social Communities, Cybermobbing, etc.) laut Lehrplan im Ethikunterricht viel zu spät behandelt werden. An dieser Stelle würde ich den Lehrplan allerdings mehr als Richtlinie, anstelle einer vorgegebenen Regel betrachten und Problematiken, die ich als Lehrkraft als wichtig erachte, eben weil man angesichts der raschen Entwicklung unserer Gesellschaft (vor allem der Jugend)mit der Zeit gehen sollte, vorziehen. Es gibt genug Themenfelder, die vielseitig interpretierbar sind. Dies schafft natürlich nicht das Problem aus der Welt, dass der Lehrplan eindeutig „veraltet“ ist und sich sicherlich einige Lehrkräfte daran halten. Es ist in jedem Fall notwendig die SuS über die Nachteile und Folgen/Risiken von Social Communities aufzuklären. Zur Realität möchte ich hinzufügen, dass den meisten Jugendlichen sicherlich bewusst ist, was Realität ist und was nicht, sie ihre Selbstdarstellungen im Internet jedoch den realen womöglich vorziehen und sich dadurch von ihrem wirklichen selbst entfernen. Leider sind Social Communities heutzutage kaum noch wegzudenken, da man ohne Aktivitäten im Netz einfach viel zu leicht den Anschluss an seine „Freundeskreise“ verliert und ausgeschlossen werden kann. Ich habe mich selbst erst nach langer Zeit bei Facebook angemeldet, weil vorher ständig wichtige Informationen an mir vorbeigegangen sind.

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