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Sonntag, 23. November 2014

WhatsApp – jede Kommunikation hat einen Haken



Eine kleine Einführung in die eintönigen Kommunikationsprobleme junger Menschen.

Es ist kein Geheimnis mehr, dass mobile Kommunikationsmethoden wie ‚WhatsApp‘,
oder Soziale Netzwerke wie ‚Facebook‘ zu den mit am meisten genutzten Medien des
21. Jahrhunderts gewachsen sind. Alleine die Smartphone-Anwendung ‚WhatsApp‘
zählte im August 2014 rund 600 Millionen aktive Nutzer. 

http://images.zeit.de/wirtschaft/unternehmen/2014-02/whatsapp/whatsapp-540x304.jpg
Quelle: Zeit Online
Problematisch ist hierbei jedoch der Trend weg vom ‚schwatzen‘ hin zum ‚liken‘. Den Nutzern liegt nicht mehr viel daran, miteinander zu kommunizieren, sondern Anerkennung und Beachtung zu
bekommen. Die dabei entstehende Eintönigkeit zeigen unter den Jugendlichen verbreitete Applikationen wie ‚YO!‘, welche darauf beruht, sich lediglich das kleine Wörtchen ‚Yo!‘ zuzusenden, um zu zeigen, dass man z. B. gerade an den anderen denkt. Chatprotokolle sehen dann wie folgt aus:

Er: Yo! (Ich habe Interesse an dir!)
Sie: Yo! (Danke für deine Beachtung.)
Er: Yo! (Super, du beachtest mich auch!)

Ein stupider Trend, welcher die Kommunikation zwischen den Menschen zwar vereinfacht,
aber reine Auslegungsache ist. Was mache ich, wenn ich ein ‚Yo!‘ in meinen
Push-Benachrichtigungen auf dem Iphone habe? Was denke ich? Was möchte mir der
Sender des ‚Yo!‘ sagen? Was sagt das über unsere Beziehung aus? – Viele Fragen, die
sich in diesem Fall nur spekulativ klären lassen.
Ein ähnliches Phänomen, welches bereits im ‚Focus‘ als Beziehungskiller tituliert
wird, ist die Chatanwendung ‚Whatsapp‘.


„WhatsApp Messenger ist eine plattformübergreifende mobile Nachrichten App, die es
dir erlaubt, Nachrichten auszutauschen, ohne für SMS zahlen zu müssen.“


Basierend auf dieser und weiteren einschlägigen Begründungen („Weil irgendwann
jeder ein Smartphone besitzen wird.“) wächst diese Chat-Applikation immer
mehr in den Fokus der Nutzer mobiler Kommunikationsgeräte. Problematisch hierbei
ist jedoch den jugendorientierten Trend in die ‚Anti-Kommunikation‘, welche sich, m. E., dadurch auszeichnet, Gespräche und persönlichen Kontakt scheinbar überflüssig erscheinen zu lassen. Briefe? Veraltet. SMS? Wo sehe ich da den Onlinestatus?

Natürlich bietet ein solcher Messenger zahlreiche Vorteile: Eine ständige Erreichbarkeit,
die Statusaktualisierungen, welche meinen Freunden mitteilt, ob ich gerade ‚verfügbar‘ bin oder einen Kohlrabi esse und die ständige Gewissheit, ob mein interaktiver
Gesprächspartner meine Nachricht empfangen und gelesen hat. Doch hier
schlagen die gefürchtete zwei grünen Haken zu Buche: Er/ sie ist online. Warum
schreibt er/ sie denn nicht zurück?

Lustige WhatsApp Bilder
Quelle: deecee
Es sei allgemein bekannt, dass die männlichen Erdbewohner auf solche Situationen anders reagieren als die weiblichen. Letztere interpretieren das sofortige Antworten auf ihre Nachrichten als Zeichen einer intakten Beziehung, d. h. der Gesprächspartner zeigt Interesse und nimmt sich just in diesem Moment Zeit für sie. Ob dies in der Realität genauso sei, bleibe in diesem Moment unbeachtet. Sollte dieses Interesse durch fehlendes antworten anscheinend nicht gegeben sein, so neigen weibliche Akteure schnell dazu, ihr eigenes Verhalten komplett zu hinterfragen.
Sie suchen die Fehler und Ursachen bei sich selber, anstatt auf den Partner zu achten (Habe ich etwas Falsches geschrieben?). Jungen Männern geht es in Kurzmitteilungen häufig darum, ihren Status bekannt zu machen und aufrechtzuerhalten. Sie hinterfragen, wenn vorhanden, die Fehler meist bei ihrem Interaktionspartner und nicht bei sich selbst.

Meine Meinung zur Thematisierung dieser ‚Probleme‘ ist der Zuspruch zur Aufklärung, insbesondere für die Generation, welche sich kaum mit diesen neuartigen Kommunikationsmethoden auseinandersetzen (Generation 47+?!). Hiermit schließe ich mich an die Meinungen der vorangegangenen Beiträge großteils an.

Also was meint ihr? Bietet WhatsApp Potential als angerissenes Unterrichtsthema oder heftet ihr es als zeitlich begrenzten Trend ab?

- Pitri2004

Samstag, 22. November 2014

Cyber-Mobbing - (K)Ein Thema für den Ethikunterricht?

Der Ethikunterricht bietet die einmalige Möglichkeit mit Schülerinnen und Schülern über Themen zu sprechen, die im sonstigen Schulalltag verloren gehen, aber von immenser Bedeutung für die Schüler selbst sind. In welchem anderen Fach kann man sonst noch über Entscheidungsfragen diskutieren, den Hintergrund von Verhaltensmustern erforschen oder einfach mal wild drauflos spekulieren?
Natürlich würde das alles noch besser funktionieren, wenn der Ethikunterricht nicht immer belächelt werden würde und seine volle Unterrichtskapazität im Schulalltag erhalten würde, aber dies soll hier gar nicht von Belang sein.
Viel mehr soll die Frage beleuchtet werden, ob Cyber-Mobbing Platz im Ethikunterricht finden kann.

Cyber-Mobbing, also das Beleidigen, Bloßstellen und/oder Diskriminieren im Internet, ist ein immer größeres soziales Problem. In den Medien wird zur Zeit viel darüber diskutiert, da immer mehr Fälle bekannt werden, in denen das Cyber-Mobbing zum Suizid von Schülerinnen und Schülern geführt hat. Auch das Verbreiten von den sogenannten "Prügelvideos" kann und muss zum Cyber-Mobbing gezählt werden. Die Machtdemonstration Einzelner führt zur Bloßstellung und psychischen Verletzung vieler, denn nicht nur das Opfer direkt wird durch die Aufnahme und Verbreitung solcher Videos verletzt. Hinter den Opfern stehen Familie und Freunde, die ebenfalls in einen psychischen Abgrund gestürzt werden.

Daher ist es in der heutigen Zeit unerlässlich, dass Cyber-Mobbing im Ethikunterricht thematisiert wird. Oder etwa doch nicht? Reichen denn die bisherigen Bemühungen nicht aus?

NEIN!

Dies kann die einzig richtige Antwort auf diese Fragen sein. Die bisherigen Bemühungen sind erst ein Anfang, der nicht alle Schülerinnen und Schüler erreicht. Es reicht nicht aus, einmal in der Schullaufbahn einen Thementag besucht zu haben, der nicht auf alle Bereiche aufmerksam machen kann und schnell wieder vergessen wird. Und es reicht auch nicht aus, wenn einige Prominente Einzelprojekte unterstützen, die nur einmal an einer Schule laufen. Die Prävention gegen Cyber-Mobbing ist ein umfangreiches Gebiet und erfordert von den Pädagogen Feingefühlt, da sich der Lehrende nie sicher sein kann, wie viele Opfer und wie viele Täter vor ihm sitzen.
Die Grenze von einem Spaß unter Freunden zu einer wirklichen Beleidigung des Freundes ist verschwommen, nahtlos. Niemand kann wissen, was einen Anderen verletzt.

Aufgrund der Komplexität dieses Themas ist es enorm wichtig, dass im Ethikunterricht darauf eingegangen wird, und zwar nicht nur 45 Minuten und dann kommt das nächste Thema. Vielmehr muss begleitend immer wieder darauf eingegangen werden. Dass die Umsetzung eines solchen Vorhabens schwierig, wenn nicht sogar an manchen Schulen zur Zeit unmöglich ist, ist mir durachaus bewusst. Daher ist es um so wichtiger, dass engagierte Lehrkräfte sich dafür einsetzen, dass Cyber-Mobbing im Schulalltag nicht nur eine Randnotiz im Hefter der Schülerinnen und Schüler ist, sondern dass sie immer wieder damit konfrontiert werden und Konsequenzen erfolgen, sollten bekannte Täter in der Schülerschaft sein. Denn es gibt nichts Schlimmeres als tatenlos daneben zu stehen und die Schülerinnen und Schüler sich selbst zu überlassen.

Also: Ja, Cyber-Mobbing ist ein Pflichtthema im Ethikunterricht, aber auch in allen anderen Fächern.

Donnerstag, 20. November 2014

Social Communities im philosophischen Unterricht?

Social Communities und Lehrer ist schon ein relativ heißes Eisen – die Thematisierung von Social Communities aus Schülersicht und im Ethikunterricht ist das in noch höherem Maße: Wie kann man eine kritische Reflexion anleiten, ohne moralisierend zu sein?

Einerseits sind Social Communities ein brennend wichtiges und stets aktuelles Thema, andererseits ist es auch einem ebenso “raschen” Wandel unterworfen, wie die Landschaft der Social Communities selbst: Plattformen verschwinden (StudiVZ/ SchülerVZ) andere etablieren sich (google+). Selbst der “Community-Riese” Facebook ist von Wandel und einer deutlichen Fluktuaton nicht verschont. Mittlerweile haben in den USA instagram und twitter dem ehemaligen Marktführer facebook längst den Rang abgelaufen.

Die einzige Konstante sind die Problemkreise, die im Kontext Social Communities relevant sind:
  • Urheberrecht
  • Schutz der Privatssphäre (inkl. Sexting)
  • Cybermobbing
  • Datenschutz und Persönlichkeitsrechte
  • Games
Selbst Schüler diskutieren Social Communities durchaus kontrovers.

Spannende Ressourcen zum Thema finden sich vor allem auf klicksafe.de: